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Vorwort  


Ist der Versandhandel am Ende?
Lang lebe der New Commerce!



Liebe Sammlerfreunde,

wie schnelllebig unsere Zeit durch das Internet doch geworden ist. Spannend und herausfordernd zugleich. Motivierend aber auch Kräfte raubend. Leben wir doch in einer Zeit, in der zwei Welten aufeinander prallen. Wir stecken mitten im Generationenwechsel - weg vom klassischen Versandhandel hin zum E-Commerce. Viele Unternehmen werden in diesem „Krieg“ auf der Strecke bleiben, viele werden neu entstehen.

Hiervon besonders betroffen ist der deutsche Einzelhandel, der sich in einem tiefgreifenden Wandel befindet. So konkurrieren Unternehmen aus dem Einzelhandel und junge Online-Player um die Kunden der klassischen Versandhändler. Noch niemals zuvor haben so viele Händler um die Gunst der deutschen Versandhandelskunden gebuhlt, wie es heute der Fall ist.

Deutsche Verbraucher haben alleine im Kalenderjahr 2011 Ware im Wert von rund 34 Mrd. Euro im Versandhandel bestellt. So viel wie niemals zuvor. Tendenz weiter steigend. Hierfür verantwortlich zeichnet vor allem das Internet. So ist das im Gesamtumsatz von 34 Mrd. Euro enthaltene E-Commerce-Volumen im Jahresvergleich um 18% auf 21,7 Mrd. Euro angestiegen (Quelle: Versandhausberater).

Alleine aus diesen Zahlen geht hervor wohin die Reise geht. Online-Player machen klassischen Versandhändlern mit großer Tradition zunehmend die Kunden streitig. Versandhändler wie Otto versuchen Marktanteile zu verteidigen. Die Dynamik dieser Online-Player ist nicht zu unterschätzen. Denn gerade Traditionsunternehmen leiden stark während das Geschäft generell boomt. Diese attraktiven Rahmenbedingungen wiederum rufen zunehmend den stationären Einzelhändler auf im E-Commerce Fuß zu fassen – ebenfalls zum Leidwesen vieler Traditionsversender. Mode-Unternehmen wie H&M und Zara treffen mit ihren Online-Shops gerade bei jungen Kunden genau ins Schwarze.

Dieser Trend bringt alle unter Zugzwang. Wenn der Kunde nämlich direkt bei der Marke kaufen kann, braucht es in letzter Konsequenz keinen dazwischengeschalteten Händler mehr. Damit steht der gesamte deutsche Versandhandel vor einem tiefgreifenden Strukturwandel.

Früher konnten Händler noch bei ihren Kunden punkten, indem sie ein tolles Angebot im Netz oder im Katalog präsentierten. Heute stellt sich der Kunde sein Sortiment im Web selbst zusammen, indem er sich über Preisportale informiert oder über Google nach interessanten Produkten sucht und diese dann immer öfter direkt bei der Marke oder dem Hersteller ordert.

Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, muss sich der Handel neu erfinden und selbst zum Hersteller werden. Wer exklusive Eigenmarken bieten kann, braucht den Wettbewerb nicht zu scheuen. Nur wer sich diesen Paradigmenwechsel ständig vergegenwärtigt, hat im Handel von Morgen eine Überlebenschance. Denn nicht nur Verbraucher bestellen immer öfter ihre Ware im Web. Ins Netz drängen auch immer mehr Händler, da es heute praktisch keine Einstiegsbarrieren mehr im Versandhandel gibt.

Auch ihre Aktien-Gesellschaft für Historische Wertpapiere stellt sich immer wieder die Frage ob wir richtig aufgestellt sind. Dafür nimmt sich der Vorstand zwei Mal im Jahr drei Tage Zeit um in Strategiesitzungen exakt dieses zu erarbeiten. Ein Resultat aus dem letzten Jahr war zum Beispiel die Reduzierung teurer Versandhandelskataloge bei gleichzeitiger Einführung unserer Live-Auktionen (www.dwalive.de).

Ja, wir sind richtig aufgestellt! Mit unserer qualifizierten, individuellen Kundenberatung durch Kurt Arendts und Michael Rösler, den heute abgespeckteren Katalogversand-Aktivitäten im Versandhandel, dem Kalender-Geschäft, den neuen DWA-Live-Auktionen, den Reichsbank- und Händlerauktionen sowie unseren großen Präsenz-Auktionen in Frankfurt, Hamburg, Berlin und München sind wir immer für Sie da. Sowohl auf der Käufer- als auch auf der Einliefererseite. Und die neueste Bestätigung halten Sie gerade mit diesem Auktionskatalog in Ihren Händen.

2242 Lose mit einer Ausrufsumme von über 528.000 Euro warten in Berlin auf Sie. Alleine für diese Auktion wurden uns fünf fantastische Sammlungen und zahlreiche herausragende Einzelstücke anvertraut. Ein Vertrauen, für welches wir uns bei Ihnen herzlich bedanken, welches wir uns bei Ihnen aber auch erarbeitet haben und welches wir zu schätzen wissen.

Ich wünsche uns allen, dass wir die Zeichen der Zeit immer richtig deuten. Nun aber viel Freude beim Studieren dieses Auktionskataloges. Über ein Wiedersehen am 25. Mai 2013 in der fantastischen Kundenhalle (einmaliger Auktionssaal) im Hause der Berliner Volksbank würden wir uns riesig freuen.

Mit allerbesten Sammlergrüßen


Michael Weingarten


 

 

Aus der Auktion:
United States of Brazil 6,5 % Sterling Loan of 1927
United States of Brazil 6,5 % Sterling Loan of 1927
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