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Losnr.:1175 (Deutschland bis 1945 (Nicht Reichsbank))
Titel:Herne Vereinigung von Hibernia-Aktionären GmbH
Auflistung:Schuldverschreibung Reihe A 1.000 Mark 26.4.1905 (Auflage 6000, R 12).
Ausruf:800,00 EUR
Ausgabe-
datum:
26.04.1905
Ausgabe-
ort:
Berlin
Abbildung:Herne Vereinigung von Hibernia-Aktionären GmbH
Stücknr.:3068
Info:Die Hibernia wurde als Gewerkschaft 1854 gegründet, 1887 Umfirmierung in "Bergwerksgesellschaft Hibernia". Eine der mit Abstand bedeutendsten Bergwerksgesellschaften des Reviers mit Zechen, Kokereien, eigenen Kraftwerke, Ziegeleien und chemische Fabriken. Ab 1902 begann aus strategischen Gründen der preußische Staat, Bergwerkseigentum im Ruhrgebiet zu erwerben, wobei die Hibernia besonders im Fokus stand. Grund für die staatlichen Bemühungen war es, Einfluss auf die Absatz- und Preispolitik des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats zu gewinnen - und die Hibernia gehörte zu den mächtigsten Firmen des Syndikats. 1904 kamen die Dinge richtig in Wallung. An der Berliner Börse war der Kurs der Hibernia-Aktie von 190 (Februar 1904) auf 230 (Juli 1904) geklettert, obwohl die beiden Großaktionäre Berliner Handelsgesellschaft (BHG) und das Bankhaus Bleichröder nicht kauften. In seinen Memoiren berichtet Carl Fürstenberg, Geschäftsinhaber der BHG, wie Eugen Gutmann, Generaldirektor der Dresdner Bank, ihm unter dem Siegel strikter Geheimhaltung mitteilte, dass die Dresdner Bank im Auftrag des preußischen Handelsministers Theodor Möller bereits einen größeren Posten an Hibernia-Aktien gekauft habe, weil der Fiskus die Gesellschaft verstaatlichen wolle. Er bot Fürstenberg an, das Geschäft gemeinsam zu machen, was dieser ablehnte. Ende Juli 1904 richtete der preußische Fiskus ein Kaufangebot an die Aktionäre unter Umgehung der Geschäftsleitung. Das kam einer feindlichen Übernahme gleich und erregte den überschäumenden Zorn der Schlotbarone. Der Journalist Maximilian Harden fasste die unternehmerischen Gefühle in Worte: "Denen ists nicht nur ein Geldgeschäft. Die kämpfen für ihr Werk, ihre Unabhängigkeit... Was aber täten die Schöpfer der unterirdischen Industrie, wenn der Fiskus sie aus ihrer Lebensarbeit drängte? Sie wären entthronte Könige." Es gelang Fürstenberg, eine Allianz zu schmieden, die aus der BHG, dem Bankhaus Bleichröder, der Deutschen Bank, der Diskonto-Gesellschaft, der Bank für Handel und Industrie, dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat, sowie den bedeutendsten Vertretern der Ruhrindustrie Hugo Stinnes und August Thyssen bestand. Man hegte nämlich auch die Befürchtung, dass die geplante Übernahme der Hibernia nur der Anfang einer Verstaatlichung des gesamten Kohlebergbaus an der Ruhr sei. Fürstenberg startete nun seinen ersten Coup: Weil der Ankauf von Hibernia-Aktien bei der Dresdner Bank als top secret galt, wusste deren Börsenvertreter Alfred Levy nichts von diesem Handel und nahm ein Reportgeschäft wahr, das ihm die BHG angeboten hatte. Die BHG kaufte einen Posten von nominal 2,1 Mio. Mark Hibernia-Aktien für den August 1904 mit einem garantierten Rückkauf durch die Dresdner Bank ultimo August 1904. Da eine außerordentliche HV auf den 27. August terminiert war, hatte sich Fürstenberg damit das Stimmrecht eines Teils der gegnerischen Hibernia-Aktien gesichert. Neben der Ablehnung des Übernahmeangebotes sollte der wichtigste Punkt der HV eine Kapitalerhöhung um 6,5 Mio. Mark auf 60 Mio. Mark unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre sein. Gleichzeitig wurden durch die Bankengruppe alle Hibernia-Aktien aufgekauft, die sie erreichen konnte. Am 27. August 1904 fand im Hotel Breidenbacher Hof in Düsseldorf nun diese außerordentliche Hauptversammlung statt, die in der gesamten deutschen Presse mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und häufig im Stile eines Kriegsberichtes kommentiert wurde. Gutmann und Möller wussten wohl schon zu Beginn der HV, dass sie die Mehrheit nicht erreichen würden. Deshalb zielte ihr Verhalten darauf ab, alle Abstimmungen anfechtbar zu machen, um den Klageweg beschreiten zu können. Immer, wenn eine Abstimmung anstand, waren die Stimmen der Dresdner Bank nicht im Saal. Doch es nutzte nichts: Am Ende stand die Ablehnung des Übernahmeangebots und die Kapitalerhöhung, so wie von Fürstenberg geplant, die auch bei den nachfolgenden gerichtlichen Auseinandersetzungen Bestand hatten. Für diesen Sieg mussten die Verstaatlichungsgegner einen hohen Preis bezahlen. Sie hatten alle auf den Markt kommenden Aktien zu Höchstpreisen angekauft, was bedeutend negative Auswirkungen auf die Liquidität hatte. Fürstenberg und Carl Behrens, Generaldirektor der Hibernia, suchten nach einer Lösung, die man auch fand: Im Dezember schlossen sich die fünf beteiligten Banken mit dem Kohlensyndikat zur "Herne" Vereinigung von Hibernia-Aktionäre in der Rechtsform einer GmbH zusammen, um die restlichen Aktien zu kaufen. Dazu wurden 1905 zur Refinanzierung 4%ige Anleihen ausgegeben, mit deren Erlös den Beteiligten jeweils ihre Einlage vergütet wurde. Damit war die Kapitalmehrheit auch künftig gesichert. Die Statuten der Satzung umschreiben den ernsten Zweck der Unternehmung freilich sehr unverfänglich: "Der Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und die gemeinsame Verwaltung von Aktien der ... Hibernia ... Zur Erreichung dieses Zwecks ist sie berechtigt, Finanzgeschäfte aller Art abzuschließen, insbesondere Schuldverschreibungen auszugeben, Darlehen aufzunehmen, auch flüssige Gelder in börsenmäßigen Wertpapieren oder Wechseln anzulegen oder verzinslich auszuleihen". Das klingt zunächst unverfänglich, diente aber auf Teufel-komm-raus dazu, jede Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für den großen Kampf auszuschöpfen. Auch eine außerordentliche Generalversammlung der Hibernia im 1906 drängte außerdem mit den dort beschlossenen Kapitalerhöhungen unter Ausschluss des Aktionärs-Bezugsrechts den Preußischen Staat auf eine Minderheitsposition zurück. Der Vorgang ging als "Hibernia-Kampf" in die Finanzgeschichte ein. Minister Möller, der mit solchen Schachzügen nicht gerechnet hatte, war äußerst verärgert: Als "Trotz-Trust" bezeichnete er die "Herne" im Preußischen Abgeordnetenhaus. Am Ende obsiegte der Staat aber doch: Der preußische Landtag beschloss 1917 ein Gesetz, das die Staatsregierung zur Übernahme aller von Dritten gehaltenen Hibernia-Aktien ermächtigte. Den Widerstand der Wirtschaft brach die Regierung dadurch, dass sie ein Junktim mit der Zustimmung zur Erneuerung des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats herstellte. Der alte Aufsichtsrat legte daraufhin geschlossen das Amt nieder. Bald besaß der Staat Preußen über die Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks-AG (VEBA) mehr als 99 % der Hibernia-Aktien und legte 1926 die Hibernia-Bergwerke mit den fiskalischen Zechen der früheren staatlichen Bergwerksdirektion Recklinghausen zusammen.
Besonder-heiten:Insgesamt betrug die Anleihenhöhe der “Serie A” 6 Millionen Mark. Dekorative Umrandung mit diversen Symbolen und Schriftzügen. Wirtschaftsgeschichtlich außerordentlich interessant.
Verfügbar:Mit Restkupons. Unikat, seit 14 Jahren in Uralt-Sammlung! (R 12)
Erhaltung:VF.
Zuschlag:800,00 EUR
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