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Vorwort  


Der 100malige, der aus dem Fenster stieg und doch nicht verschwand ...

Liebe Sammlerfreunde,

„Ihr Vorwortschreiber befindet sich in einer gewissen Zwickmühle.“ Schon wieder einmal. Denn das Vorwort zur 121. FHW-Auktion am 26. Februar 2022 begann mit genau den gleichen Worten. Und fuhr fort: „Wir haben, während ich meine Gedanken in die Tastatur hämmere, gerade mal Mitte November. Zur Erheiterung der geneigten Leserschaft soll ich nun etwas nett zu lesendes schreiben, das besagte Leserschaft aber überhaupt erst nächstes Jahr Anfang Februar zu sehen bekommen wird. In dieser schnelllebigen Zeit mit immer neuen und meist unerwarteten Wendungen kommt diese Aufgabe fast der Quadratur des Kreises gleich.“

Neue und meist unerwartete Wendungen. Was für ein Hellseher haust denn da auf dem Rübenfeld im beschaulichen Ortsteil Salzdahlum der vormaligen herzoglichen Residenzstadt Wolfenbüttel? Wir erinnern uns: Drei Monate nach Abfassen des gerade zitierten Vorwortes mit den unerwarteten Wendungen und zwei Tage vor der zitierten Auktion, am 24. Februar 2022, ließ bekanntlich ein gewisser Vladimir Putin von seiner Soldateska die Ukraine überfallen.

Mit dem Katalog zur 123. FHW-Auktion am 4. März 2023 ist die beste Ehefrau von allen so gut wie fertig und drängelt nun, daß ich ihr endlich das Vorwort liefern soll. Alles musste so früh fertig werden, denn schließlich wollen wir in wenigen Tagen in den wohlverdienten vierwöchigen Winterurlaub aufbrechen. Rentner wie ich dürfen das.

Doch da ist es nun wieder, mein Problem. Was um Gottes willen soll ich Ihnen heute denn per Termin Februar 2023 nett zu lesendes schreiben? Wo wir doch gerade erst bemerkt haben, daß durchaus einmal die halbe Welt einstürzen kann zwischen Abfassen eines Vorwortes und dem Tag, wo Sie den Katalog in Ihrer Post finden? Erst mal einen Schluck Kaffee. Und, heureka, da ist auch schon die Lösung. Ich schreibe einfach über die Vergangenheit. Denn die ändert sich bekanntlich nicht mehr so ganz kurzfristig.

Es wird Zeit, das Geheimnis der Überschrift zu lüften. Der FHW-Katalog, den Sie eben gerade aufgeschlagen haben, ist der einhunderste an dem ich mitarbeite. Zwar bin ich sozusagen aus dem Fenster gestiegen, indem ich mich letztes Jahr habe verrenten lassen – aber de facto bin ich immer noch nicht verschwunden. Es macht mir, ehrlich gesagt, immer noch zu viel Spaß.

Vor allem die im heutigen Katalog präsentierte herausragende Sammlung von Automobil-Wertpapieren aus der ganzen Welt war meine ganz persönliche Herausforderung. Über zwei Jahre lang habe ich an der Einlieferung gearbeitet. Da wollte ich es mir nicht nehmen lassen, das auch noch selbst zum Abschluß zu bringen und vor allem viele der Firmengeschichten eigenhändig recherchieren. Was, nebenbei bemerkt, jeden Tag eine neue Erleuchtung war zum Thema „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Rekuperation bei Elektrofahrzeugen beispielsweise gab es auch schon vor 120 Jahren.

Gründer der Auktionen der Freunde Historischer Wertpapiere in Frankfurt Mitte der 1970er Jahre und damit die Pioniere unseres Sammelgebietes waren die Banker Ulrich Drumm (BHF-Bank) und Alfons Henseler (Deutsche Bank). Über 10 Jahre lang machten sie das ehrenamtlich nebenbei. Ihr eigener Erfolg wurde dann ihr größter Gegner. Denn irgendwann ließ sich gar nicht mehr nebenberuflich bewerkstelligen, was inzwischen erreicht war, einschließlich monatlicher Herausgabe einer eigenen Sammlerzeitschrift.

Ende 1988, nach der 23. FHW-Auktion, wurde offensichtlich, daß es bei den „Freunden“ nicht mehr so ganz rund lief. Ein gewisser Jörg Benecke, selbst erst seit ein paar Jahren hoffnungsfroher HWP-Sammler-Nachwuchs, sah seine Chance. Keine zwei Jahre zuvor war er nach einem Riesen-Krach mit seinem Mitgesellschafter aus der gemeinsam geführten Maschinenfabrik rausgeflogen und hatte danach sein Hobby, die Historischen Wertpapiere, zum Beruf gemacht. Den Versandhandel um eine Auktionsfirma zu ergänzen schien da mehr als sinnvoll. Schnell wurde man sich einig mit den Herren Drumm und Henseler, die offen gesagt inzwischen wohl ganz froh waren, die Verantwortung weitergeben zu können.

Noch unter größter Geheimhaltung, gelüftet wurde das Geheimnis erst Jahre später, begann dann erstmals bei der 24. FHW-Auktion meine Mitarbeit. Vor allem das Machen des Auktionskataloges war vom ersten Tag an mein Job. Unendliche Welten liegen zwischen unserer Arbeitsweise heute und der Art, wie man damals einen Katalog machte.

Mein Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt für jeweils ein paar Wochen wurden vor jeder Auktion das Büro von Alfons Henseler in der Frankfurter Goethestraße und das Café Schwille in der Freßgass, wo ich stets Quartier nahm, wenn ein Katalog zu machen war.

Schon mein erster Aufenthalt im Februar 1989 begann mit einem Paukenschlag. Es kam nicht oft vor, dass potentielle Einlieferer direkt im Büro aufkreuzten, aber manchmal eben doch. So erschien an einem trüben Vormittag plötzlich ein Mittvierziger in einem merkwürdig aus der Mode gefallenen Trenchcoat mit einer schäbigen abgewetzten braunen Leder-Aktentasche, so eine, wie sie früher auch einmal mein Vater gehabt hatte. Zog also der Herr, der seinen Namen nicht nennen mochte, aus selbiger Aktentasche einen Stapel Historischer Wertpapiere, die er gegen Bares verkaufen wollte.

Alles schien Alfons und mir irgendwie suspekt, bis sich das Rätsel am nächsten Tag bei Lektüre der FAZ lüftete. Reinhard Fichte, Generaldirektor der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, hatte den Entschluß gefaßt, nach einem Messebesuch in Frankfurt/Main nicht in die DDR zurückzukehren. Und für den unbeschwerten Start im Westen hatte er eben ein paar Dinge in den Kofferraum gepackt, die dem DDR-Zoll bei einem Mann seiner Profession eher nicht auffällig erscheinen würden, sich aber seiner Meinung nach in Frankfurt schnell zu Geld machen ließen. Unter anderem eben auch einen Stapel alter Wertpapiere aus dem Fundus seiner Kunst-und-Antiquitäten-Genossen.

Sonst erwartete mich in Alfons’ Büro eher nur Routine. Vor allem ein großer Stapel Einlieferungen Historischer Wertpapiere, die sich in den Monaten zuvor in der Goethestraße bei ihm angesammelt hatten. Einlieferernummer und Ausruf wurden mit Bleistift auf der Rückseite aller Wertpapiere vermerkt, so kam nichts durcheinander. Für jedes Papier wurde dann der Katalogtext mit Schreibmaschine auf ein postkartengroßes Stück Karton geschrieben.

Für die Recherche hatte ich ein paar alte Saling-Aktienjahrbücher, den Jahrgang 1943 des Handbuchs deutscher Aktiengesellschaften (leider nur drei von sechs Bänden, was man suchte war stets in einem der fehlenden Bände) und ein paar Poor’s Industrial. Internet und Google gab es noch nicht. Sollten Sie sich die Mühe machen, mal in einem ganz alten Katalog von uns zu blättern: Der himmelweite Qualitätsunterschied zu dem, was wir Ihnen heute liefern, ist mit Händen zu greifen.

War ich mit dem Beschreiben fertig, wurden die Karteikärtchen in der Reihenfolge sortiert, wie die Lose im Auktionskatalog erscheinen sollten. Dann wurden die Losnummern dazunotiert. Der ganze Stapel ging weiter in die Druckerei, wo der Setzer jede einzelne Karteikarte, also den gesamten Katalogtext, ein weiteres Mal in die Tastatur seiner Setzmaschine hämmerte. Was er produzierte, musste vor Druckfreigabe dann natürlich noch einmal Korrektur gelesen werden.

Dazu entschied man, welche Wertpapiere im Auktionskatalog abgebildet werden sollten. Dann gingen diese Stücke im Original in die Klischeeanstalt, die für die Bilder im Auktionskatalog die Lithos produzierte. Schwarz/weiß natürlich, das war immer noch teuer genug. Ein einziges Farblitho übrigens hätte damals mehr als 200 DM gekostet - nur die Abbildungen im vor Ihnen liegenden Katalog mit damaliger Technik also weit über 100.000 Euro. Man stelle sich bitte vor, das ist gerade mal etwas über 20 Jahre her! Und doch kommt es uns heute so vor, als ob diese Zeiten schon Lichtjahre zurücklägen.

Die Zeitenwende wurde bei uns eingeläutet, als wir uns im September 2000 mit Michael Weingarten vom Hanseatischen Sammlerkontor auf eine Zusammenarbeit verständigten und er die Führung unseres Auktionsgeschäfts übernahm. Der Fortschritt hielt Einzug, das HSK hatte zu der Zeit sogar schon eine Internet-Seite! Bereits zur 61. FHW-Auktion im März 2001 erschien dann erstmals überhaupt im Sammelgebiet Historische Wertpapiere ein Auktionskatalog mit Farbabbildungen. Das war damals noch eine echte Sensation.

Aber würde ich jetzt anfangen, alle alten Geschichten vom Lagerfeuer zu erzählen, dann ließen sich die Seiten dieses Kataloges mühelos allein damit füllen. Deshalb will ich es lieber bei der aus meiner Erinnerung köstlichsten Begebenheit belassen.

Der Begriff „Internationales Sammlertreffen“ war damals absolut wörtlich zu nehmen. Hunderte Sammler und Händler aus aller Welt pilgerten zwei Mal im Jahr zu den FHW-Veranstaltungen in Frankfurt. Und nach jeder Auktion wurde natürlich bis spät in die Nacht an der Hotelbar gefeiert.

So begab es sich, daß unser Londoner Kollege Keith Hollender in einen heftigen Disput geriet mit unserem Kollegen Scott Winslow aus den USA. Man stritt über die starke Zuwanderung in’s Vereinigte Köngreich vor allem aus den ehemaligen Kolonien und die daraus resultierenden sozialen Probleme. Scottie, der auf die Frage nach einer Rutsche Bier zu jeder Tages- und Nachtzeit mit seinem legendären „warum nicht“ antwortete, war also zu fortgeschrittener Stunde schon mächtig in Fahrt.

„Why don’t you throw all this rubbisch out?“ polterte er Keith Hollender an. Keith, ein feiner englischer Gentleman wie er im Buche steht, mit typisch britisch roten Wangen, antwortete ganz ruhig: „We did already. By the Mayflower.“

Aber ehe ich jetzt vollends in’s Plaudern gerate, soll eine ganz besondere Anekdote dieses Vorwort beschließen: In meinem Frankfurter Domizil, dem Hotel und Café Schwille, traf ich jeden Tag andere Menschen beim Frühstück. Eines Tages eben auch mal einen Amerikaner, der mich natürlich fragte, was ein Amerikaner immer gleich als erstes fragt, nämlich „Woher kommst Du und was machst Du?“

Ich erklärte ihm was ich mache, gleich ging ein wissendes Lächeln über sein Gesicht und er bemerkte: „Klar, ich weiß was Du meinst. Ein Freund von mir hat ein Papier-Antiquariat in Lower Manhattan, da habe ich gerade erst neulich ein paar alte Aktienbücher der Standard Oil Company gesehen. Ich glaube, so vier oder fünf Stück. Die hat der wohl immer noch.“

Mit dem Wissen von heute hätte ich den Katalog Katalog sein lassen und wäre in den nächsten Flieger nach New York gestiegen. Hunderte von Standard-Oil-Gründeraktien mit Rockefeller-Originalunterschrift, die im Markt später einmal so viel Furore machen sollten und pro Stück fünfstellig bezahlt wurden. Mit dem Wissen von damals murmelte ich „oh, how interesting“ und frühstückte in aller Seelenruhe weiter. Daß mir mein Frühstücksgesprächspartner unwissentlich von einem Jackpot erzählt hatte, begriff ich erst viel später – nachdem andere davon schließlich auch Wind bekommen und schon längst beherzt in den Jackpot reingegriffen hatten.

Doch das ist Geschichte, über die man heute nur noch schmunzelt. Gegenwart ist, daß mir mein Hobby immer noch riesigen Spaß macht und daß ich auch nach hundert FHW-Auktionen jeden Tag auf’s Neue Freude an meiner Arbeit habe. Gegenwart ist, daß aus so vielen Kontakten zu Sammlern im Laufe der Zeit echte Freundschaften entstanden sind, über die ich bis heute glücklich bin. „Wenn Du könntest, würdest Du Dein Leben noch mal genau so leben?“ fragte mich vor geraumer Zeit ein Freund. Ich antwortete ohne Zögern mit „Ja!“

Ganz herzlichen Dank Ihnen allen, daß Sie mit Ihrem kräftigen Mittun mir all die Jahre die Freude an meinem Hobby und an meiner Arbeit erhalten haben. Auch wenn ich sicher nicht noch einmal 100 Katalog schaffen werde: Gehen wir auch die Zukunft gemeinsam an, egal was sie bringen mag. Der 100malige, der aus dem Fenster stieg, ist noch längst nicht verschwunden …

Beste Sammlergrüße

Ihr

Jörg Benecke


 

 

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