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Losnr.:1610 (Deutschland bis 1945)
Titel:Bergwerks-AG Juno
Auflistung:Actie 1.000 Mark 9.12.1896. Gründeraktie (Auflage 3500, davon nur 826 nicht in VZ-Aktien gewandelt, R 10).
Ausruf:300,00 EUR
Ausgabe-
datum:
09.12.1896
Ausgabe-
ort:
Düsseldorf
Abbildung:Bergwerks-AG Juno
Info:Übernahme und Weiterbetrieb der von der Gewerkschaft Juno betriebenen Blei- und Zinkerzgrube bei Ramsbeck in der Gemeinde Gewelinkhausen, Kreis Meschede. Dieses Bergwerk hat eine ganz schillernde Vorgeschichte: 1853 verkaufte es der Rheinisch-Westfälische Bergwerksverein für 1 Mio. Thaler (das Doppelte des wirklichen Wertes) an den Glücksritter und Bankrotteur Marquis Henri Etienne Bernard de Sassenay, der gerade die Kontrolle über die Metallurgische Gesellschaft in Aachen gewonnen hatte und das Unternehmen nun in "Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen" umbenannte (bis in unsere Tage als “Stolberger Zink” bekannt gewesen). Man plante in der stillen Ramsbecker Landschaft nicht weniger als das größte Industriezentrum Europas, ferner sollten bei Dortmund Steinkohlegerechtsame erworben und eine große Zinkhütte errichtet werden. Für das vielversprechende Unternehmen bewilligten Verwaltungsrat und Banken widerspruchslos jeden gewünschten Betrag. Im August 1854 übernahm es de Sasseney, Mitgliedern des Verwaltungsrates den Ramsbecker Betrieb zu zeigen. Es wurde ein vielbesprochenes gesellschaftliches Ereignis, die Gäste erschienen mit Damen und zahlreicher Dienerschaft und wurden prächtig bewirtet. Den Höhepunkt des Festes bildete die Veranstaltung "der Silberblick". De Sasseney behauptete einen hohen Silberanteil in den in Ramsbeck gewonnenen Bleierzen und ließ zum Beweis einen Schmelzprozeß vorführen, bei dem geläutertes Silber in Erscheinung trat. Es wurde das Tagesgespräch in den Pariser Salons und der Aktienkurs entwickelte sich kometenhaft. Nur de Sasseney und die Werkmeister wußten, daß "der Silberblick" nicht dem gewonnenen Erz zu verdanken war, sondern daß dem Bleiguß heimlich eingeschmolzene Silbermünzen beigefügt worden waren. Vier Wochen später, am 29.3.1855, mußte das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit erklären und wurde dann vom späteren preußischen Handelsminister von der Heydt saniert. Die Gründer haben als alleinige Gewerken der in Kuxe eingeteilten Gewerkschaft die ihnen zustehenden 1000 Kuxe in die AG eingeworfen und dafür Aktien erhalten.
Besonder-heiten:Faksimileunterschriften vom Bankier Max Trinkaus und Fritz Daber vom Bankhaus C.G. Trinkaus. Sehr dekorativ, mit Hammer und Schlegel.
Verfügbar:NICHT lochentwertet, in der Form seit Ewigkeiten nur ca. 5 Stücke bekannt, seit über acht Jahren keines mehr angeboten gewesen. (R 10)
Erhaltung:VF.
Zuschlag:300,00 EUR
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