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| Vorheriges Los | Zurück | Nächstes Los | | Losnr.: | 36 (Frankreich) | | Titel: | Théâtre de Molière | | Auflistung: | Reconnoissance d'Action 1.000 Livres von 1792 (R 12). | | Ausruf: | 300,00 EUR | Ausgabe- datum: | 01.01.1792 | Ausgabe- ort: | Bordeaux | | Abbildung: |  | | Stücknr.: | 29 | | Info: | Gegründet 1792 unter der Leitung von lokalen Unternehmern (u.a. Grange und Martelli) in der ehemaligen Kapelle Saint-Jacques in der Rue du Mirail 10 in Bordeaux, war bis 1860 ein aktiver Veranstaltungssaal. Es ist nicht zu verwechseln mit dem heutigen Théâtre Molière in Bordeaux, das sich in der Rue du Temple befindet. In den Annalen des Bordeaux-Theaters der Revolutionszeit taucht Grange als Unternehmer auf, der die "Theaterfreiheit" von 1791 nutzte, um eine Konkurrenz zum staatlichen Grand-Théâtre aufzubauen. Er vertrat eine Truppe, die sich auf populärere Stücke und Komödien (im Geiste Molières) spezialisierte. Die Tatsache, dass er als erster unter den "Directeurs" unterschreibt, weist ihn als geschäftsführenden Kopf des Konsortiums aus. | | Besonder-heiten: | Kleinformatig. Anerkennung eines Anteilscheins mit einer jährlichen Verzinsung von 5 % bis zur vollständigen Rückzahlung ("jusqu'au remboursement"). Vorderseitig original signiert von Femme Martelli: Die Familie Martelli war eine bekannte Dynastie von Theaterleuten (Schauspieler und Direktoren) in Italien und Frankreich. Dass hier eine "Frau Martelli" als Bürgin (Garante) auftritt, deutet darauf hin, dass sie entweder selbst eine Künstlerin mit eigenem Vermögen war oder die Witwe eines verstorbenen Teilhabers, die dessen Geschäftsanteile weiterführte. Rückseitig eingetragen auf Mendes-Chaudry, der zur einflussreichen Gemeinschaft der sephardischen Juden in Bordeaux im 18. Jahrhundert gehörte und eine tragende Säule des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt war. Rückseite: Die handschriftliche Notiz "Entrée Personnelle pour Mr Mendes-Chaudry" bestätigt, dass er als Gegenleistung für sein Investment von 1000 Livres ein exklusives, namentlich gebundenes Dauer-Eintrittsrecht erhielt, was die Funktion des Papiers als personengebundene Freikarte unterstreicht. Daneben ein offizieller Stempel der Steuerbehörde ("LA LOI LE ROI - DE LA GIRONDE"), der den Wert von 15 Sous ausweist und die legale Registrierung im Departement Gironde bestätigt. Ebenfalls rückseitig ein vertikaler Vermerk am rechten Rand beziffert die Gesamtsumme inklusive Zinsen auf "douze cent livres" (1200 Livres), was auf eine aufgelaufene Zinsforderung hindeutet. | | Verfügbar: | Rarität aus Sammlung Werner Deichmann. (R 12) | | Erhaltung: | EF-VF. | | Zuschlag: | offen |
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