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| Vorheriges Los | Zurück | Nächstes Los | | Losnr.: | 553 (Deutschland TOP 20) | | Titel: | Schlesische Landschaft (verbundene Fürstenthümer und Creise des Glogauischen Systems) | | Auflistung: | 3 1/3 % Pfandbrief 50 Reichsthaler 24.12.1770 (R 12). | | Ausruf: | 5.000,00 EUR | Ausgabe- datum: | 24.12.1770 | Ausgabe- ort: | Glogau | | Abbildung: |  | | Info: | Die Schlesische Landschaft ist das älteste deutsche Realkreditinstitut, ins Leben gerufen 1770 durch Kabinettsorder Friedrich des Großen. Sie bestand ursprünglich aus neun autonomen Körperschaften, den sogenannten Fürstentumslandschaften. Diese gingen erst durch preußisches Gesetz vom 12.11.1933 auf die Schlesische Landschaft als Gesamtheit über. Die Funktionen im Geschäftsverkehr vor Ort nahmen danach fünf Geschäftsstellen wahr. 1849 dehnte die Landschaft ihre Beleihungstätigkeit auch auf den bäuerlichen (vorher ausschließlich adligen) Besitz aus, doch wurden die beliehenen bäuerlichen Grundeigentümer noch bis 1934 dadurch nicht Mitglieder der Kreditvereinigung. Behaftet mit derlei Relikten aus der Gründungszeit, aber dennoch äußerst erfolgreich und effizient tätig, wurde dem ältesten deutschen Realkreditinstitut erst durch die Folgen des 2. Weltkrieges ein Ende bereitet. Die Überreste der Schlesischen Landschaft landeten bei der heutigen DePfa Deutsche Pfandbriefbank AG, Wiesbaden (1922 als Preußische Landespfandbriefbank gegründet). | | Besonder-heiten: | Privilegierter Pfandbrief "Des Glogauischen Systems", ausgegeben durch die Glogausche und Sagansche Fürstentumslandschaft als Teil der Schlesischen Landschaft. Das beliehene Gut war Primkenau (Przemków) im Sprottauischen Kreis. Das auf Tierhaut als Kupferstich gedruckte Dokument (daher der Name "lederner Brief" für diese ersten Pfandbriefe der Bankengeschichte) weist eine prachtvolle, spätbarocke Umrahmung (Allegorie des Ackerbaus) auf. Die Urkunde trägt mehrere zeitgenössische Stempel und Siegel, darunter ein größeres Rundsiegel mit preußischem Adler sowie kleinere Kontroll- und Registraturstempel. Als Aussteller fungiert die "Königlich Preußische Glogauische Oberamts-Regierung", während die Verwaltung und Ausstellung im Namen der "gemeinen Landschaft" erfolgt. Mehrere Originalunterschriften, die das lokale Direktorium des schlesischen Adels repräsentieren. Die Rückseite dokumentiert die lange Umlaufgeschichte des Papiers. Sie enthält zahlreiche handschriftliche und gestempelte Eintragungen zu Zinszahlungen ("Weihnachten", "Johanni") sowie Besitz- und Umschreibungsvermerken, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Diese fortlaufenden Notationen belegen die praktische Nutzung des Pfandbriefs als fungibles Wertpapier. Besonders auffällig ist ein späterer roter Stempelvermerk aus Breslau vom 1.2.1922, der im Zusammenhang mit der "Umtauschung in Liquidationspfandbriefe" steht und somit auf die Abwicklung bzw. Konversion des Instruments im Zuge der wirtschaftlichen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg verweist (Hyperinflation). | | Verfügbar: | Ein Glogauischer Pfandbrief aus dem Jahr 1770 ist so bedeutend, weil er der ersten Emission zugeordnet wird. Er wurde unmittelbar nach dem Landschaftsreglement von Juli 1770 ausgegeben und dokumentiert als erster seiner Art weltweit diese Form der Beleihung von Immobilien. Allein die Tatsache, dass die heutige Pfandbrief-Gesetzgebung in ihren Grundzügen immer noch auf den Prinzipien basiert, die auf genau diesem Stück Tierhaut von 1770 festgeschrieben wurden, belegt seine museale Bedeutung. Die wissenschaftliche Welt erkennt in diesem Dokument den "Urknall" des modernen Bankwesens. (R 12) | | Erhaltung: | VF. | | Zuschlag: | offen |
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